Bindung zu deinem Baby: 5 Tipps für die Schwangerschaft

Die Bindung zwischen Kindern und ihren Eltern entsteht nicht über Nacht. Sie ist wie eine Pflanze, die nach und nach ihre Wurzeln tiefer in den Boden verankert. Das braucht Zeit, ein wenig Sonne und regelmäßiges Gießen. Genau so verhält es sich auch mit deinem Kind. Bindung beginnt bereits im Mutterleib. Daher teile ich heute fünf Tipps mit dir, wie du bereits in der Schwangerschaft und im Wochenbett eine Verbindung zwischen dir und deinem Baby herstellen kannst.

Wann entsteht eine Bindung zu deinem Baby?

Bereits im Mutterleib entsteht eine Bindung zwischen dem ungeborenen Kind und der Mutter. Die Bindung kannst du dir im Grunde wie ein unsichtbares Band vorstellen, das dich mit deinem Kind verbindet. Du kannst es zwar nicht sehen, aber es sorgt dafür, dass alles in dir auf die Sicherung des Überlebens deines Kindes ausgerichtet ist. Pränatale Bindung, also die Bindung zwischen Mutter und dem ungeborenen Baby, entsteht bereits zusammen mit dem Wachstum der Plazenta in der Gebärmutter einer schwangeren Frau. Die Plazenta ist das wichtige Verbindungsstück wischen Mama und Baby, denn sie sorgt für die Versorgung mit Nährstoffen, Blut, Sauerstoff und ist zugleich auch ein Kommunikationspfad.

Wie Schwangere bereits unbewusst mit ihrem Baby kommunizieren

Über verschiedene Pfade, den hormonellen und den sensorischen Pfad, stehen Mutter und Kind in enger Verbindung miteinander.

Der hormonelle Pfad

Hormone sind die Botenstoffe unseres Körpers. Je nach Stimmungslage, Stress oder Gesundheitszustand, schüttet dein Körper zu jedem Zeitpunkt einen bunten Cocktail aus Hormonen aus. Über die Plazenta gelangen diese Hormone auch zu deinem Baby. Es lernt dich auf diese Art und Weise bereits kennen ohne, dass du es merken würdest. Dein Baby taucht durch die Hormone tief in deine Gefühlswelt ein.

Der sensorische Pfad

Umso mehr dein Baby in deinem Bauch wächst, desto besser wird es darin über seine Sinne zu kommunizieren. Berührungen, Stimmen, Bewegungen und selbst der Geschmack deines Essens kann es mit der Zeit wahrnehmen.

Dein Baby lernt dich kennen

Die Verbindung deiner Gefühle mit deinen Bewegungen und deiner Stimmlage ermöglichen es deinem ungeborenen Baby bereits im Mutterleib zu lernen, wie du in unterschiedlichen Situationen reagierst. Dabei sind sowohl die positiven Erlebnisse, wie Freude oder Aufregung, als auch die negativen, wie Trauer oder Wut wichtig für dein Baby. Du brauchst also keine Sorge haben, dass es für dein Baby schlecht wäre, wenn du einmal niedergeschlagen oder wütend bist. Diese Empfindungen sind völlig normal und machen den Menschen aus.

Was bedeutet die pränatale Bindung für dich und dein Baby?

Jedes Kind profitiert davon, wenn es Bezugspersonen hat, die an seinem Wohlergehen interessiert sind und sich um es kümmern. Aus der Bindungsforschung wissen wir heute, dass bereits während der Schwangerschaft der Grundstein einer sicheren Mutter-Kind-Bindung gelegt wird. Verfügen Babys und Kinder über Bezugspersonen (das meint nicht ausschließlich die Mutter bzw. die Eltern!) auf die sie sich verlassen können, die ihnen Sicherheit bieten und einen geschützten Rahmen, um ihre Persönlichkeit zu entfalten, dann wirkt sich dies positiv auf die kindliche Entwicklung aus. Ein gestärktes Selbstwertgefühl, gesteigerte Sozialkompetenzen und Resilienz, sprich Widerstandsfähigkeit, sind nur drei Effekte einer sicheren Bindung.

Pinne dieses Bild auf deiner Pinnwand, um anderen Mamas die 5 Tipps für mehr Bindung zu zeigen.

Fünf Tipps für die Bindung zu deinem Baby

Sicher fragst du dich jetzt, was das ganz praktisch für dich in der Schwangerschaft und auch darüber hinaus im Wochenbett bzw. dem ersten Jahr mit Baby bedeutet. Ich habe daher fünf Tipps für dich vorbereitet, die dir dabei helfen in der Schwangerschaft und im Wochenbett für eine erblühende Bindung zwischen dir und deinem Baby zu sorgen.

Tipp Nr. 1: Entspannung und Ruhe

Eine schwangere Frau ist nicht krank. Diesen Spruch hast du bestimmt schon mal gehört. Er entbehrt nicht jeglicher Wahrheit, klar. Aber dennoch sollten wir uns immer wieder bewusst machen, dass eine Schwangerschaft und die Geburt eines Kindes ein enormer Kraftakt für jede Frau ist. Leider wird dennoch viel zu oft von Schwangeren oder Mamas im Wochenbett erwartet, dass sie ganz normal weiter funktionieren. Doch das musst du nicht. Du musst nicht funktionieren und du darfst dir so viel Entspannung und Ruhe gönnen, wie es sich für dich richtig anfühlt. Wenn dir das schwer fällt, dann erinnere dich daran, dass dein Baby – innerhalb und außerhalb des Mutterleibs – davon profitiert, wenn es dir gut geht. Zumindest kurzfristig kannst du dir somit erst einmal selbst die Erlaubnis geben, dich auch auszuruhen. Deine Entspannung und ausgeglichener Zustand wirkt sich positiv auf dein Baby und eure Beziehung aus. Eine entspannte Schwangere hat weniger Stresshormone im Blut, die an das Baby weitergegeben werden. Eine entspannte Wöchnerin kann die Kennenlernzeit mit dem Baby intensiver wahrnehmen.

Tipp Nr. 2: Sanfte Berührungen

Hast du in der Schwangerschaft schon einmal ausprobiert Kontakt zu deinem Baby aufzunehmen? Meist streicheln schwangere Frauen ganz unbewusst ihren Babybauch und stellen so immer wieder eine Verbindung zu ihrem Ungeborenen her. Du kannst dies aber auch ganz bewusst als Abendritual nutzen, um dich zu entspannen und gleichzeitig dein Baby zu spüren. Mache es dir dafür im Liegen gemütlich, vielleicht möchtest du leise Hintergrundmusik hören. Stell dir leicht warmes Mandelöl bereit und reibe damit sanft deinen Bauch ein. Währenddessen kannst du innerlich oder auch laut mit deinem Baby sprechen. Du kannst einfach von deinem Tag erzählen, den Dingen, die dir gerade durch den Kopf gehen oder deinem Baby Personen aus deinem Umfeld vorstellen. Vielleicht reagiert dein Baby darauf sogar mit einem Tritt gegen deine Hände.

Tipp Nr. 3: Achtsamkeit lernen

Achtsam zu sein bedeutet, dass wir unseren Fokus ganz bewusst auf einzelne Situationen, Handlungen oder Gedanken richten können. Die Fähigkeit achtsam zu leben nimmt Geschwindigkeit aus dem meist stressigen Alltag und hilft dir langfristig dabei mit dir selbst im Einklang zu bleiben. In meinen Coachings führe ich Mütter langsam an dieses wichtige Thema heran, denn es hat immense Auswirkungen auf das Familienumfeld, wenn Mütter in der Lage sind achtsam mit sich selbst umzugehen. Du kannst dies bereits während der Schwangerschaft üben, in dem du deinen Alltagstrott immer wieder für kurze Pausen unterbrichst. In diesen Pausen kannst du mithilfe von Atemübungen, achtsamen Essen oder Trinken, leichten Yogaübungen oder Meditationen wieder für Fokus sorgen. Da Achtsamkeit nachweislich einen immensen gesundheitsfördernden Effekt hat, tust du auch immer deinem Baby etwas gutes. Beginnst du damit bereits in der Schwangerschaft fällt es dir später nach der Geburt umso leichter, diese Übungen in deinem Alltag beizubehalten.

Tipp Nr.4: Die Spieluhr

Bereits ganz am Anfang meiner Schwangerschaft habe ich eine Sache für mein Baby gekauft: eine Spieluhr. Ich fand den Gedanken schön, diese Melodie dem Baby in meinem Bauch regelmäßig vorzuspielen. Sodass mein Sohn nach der Geburt diese vertraute Melodie wieder erkennen würde. Aus Bindungsperspektive macht das auch wirklich Sinn, denn für ein Neugeborenes ist alles außerhalb des Mutterleibs vollkommen neu und unbekannt. Solch kleine Konstanten helfen deinem Baby also dabei sich in dieser Welt zurecht zu finden.

Tipp Nr. 5: Das Baderitual

Ein fünftes, kleines Ritual habe ich noch für dich. Du weißt sicherlich, dass dein Baby in deinem Bauch in Fruchtwasser schwimmt und somit „unter Wasser“ lebt. Ich habe mich mit diesem Zustand meines Babys gerne verbunden, in dem ich meist abends noch einmal in eine warme Badewanne gegangen bin. Zwar kannst du in deiner Badewanne nicht ganz den Schwebezustand erreichen, wie dein Baby. Aber die Annäherung an die Lebenswelt deines Babys kann trotzdem ein wunderschöner Augenblick der Verbindung sein. Auch hier kannst du mit deinem Baby reden und es so in euer gemeinsames Erlebnis aktiv einbinden. Nach der Schwangerschaft kannst du das gemeinsame Baden dann in ähnlichem Rahmen fortsetzen.

Finde deinen Weg

Eine Bindung zu deinem Baby baust du über viele verschiedene Wege ab dem Zeitpunkt deiner Schwangerschaft auf. Du musst dich nicht unter Druck setzen, dass du eventuell etwas falsch machen könntest. Der wichtigste Baustein für eine sichere Mama-Kind-Bindung bleibt immer deine Liebe und Zuneigung für dein Baby.

Möchtest du mehr über die Bindung zu deinem Baby erfahren? Dann schau dir unbedingt mein Onlineseminar „Bindung Kompakt: Babyjahre Teil 1“ an.